Wer produziert meine ShaktiMat?

Jede ShaktiMat wird von unseren Kolleginnen in Indien produziert.
Lass' dich von ihren Geschichten verzaubern und verliebe dich so noch mehr in deine ShaktiMat.

Von Varanasi nach Berlin

Indien ist es, wo die ShaktiMats in aufwändiger Handarbeit produziert und ihnen Leben eingehaucht wird.
Wir haben uns bewusst dafür entschieden, unsere ShaktiMats ausschließlich von Frauen produzieren zu lassen. In unserer Gratitude Factory arbeiten derzeit ca. in 80 Frauen.

Uns ist es wichtig, dass sie die ShaktiMats unter sicheren und fairen Bedingungen produzieren. Wir bezahlen sie deshalb fair und bieten ihnen darüber hinaus viele weitere Vorteile, die du unten nachlesen kannst.

Damit du siehst, wer deine ShaktiMat zuvor in der Hand gehalten hat, sind wir nach Varanasi gereist und habe tolle Geschichten mitgebracht. Lies' durch diese spannenden Geschichten und lass' dich vom indischen Zauber anstecken.

100% handgemacht

Jeder Produktionsschritt wird von unseren Kolleginnen in Indien per Hand erledigt – vom Stoffzuschnitt bis hin zur Qualitätsprüfung. Damit du dir vorstellen kannst, wie das in unserer Gratitude Factory in Varanasi aussieht, haben wir dir dieses Video mitgebracht.

Besonderheiten

Faire Gehälter

Unsere Kolleginnen in Indien verdienen faire Gehälter, die mehr als doppelt so hoch sind wie in Indien üblich. Das gibt ihnen die Möglichkeit, sich selbst zu versorgen und finanziell unabhängig zu machen.

Versorgung

Alle Frauen haben Zugang zu einer kostenfreien Krankenversicherung und Medikamenten. Zusätzlich erhalten sie täglich eine warme Mahlzeit, die sie gemeinsam essen.

Stipendienprogramm

Für die Töchter unserer Kolleginnen haben wir ein Stipendienprogramm ins Leben gerufen. Dieses ermöglicht ihnen, 18 Jahre lang eine englische Privatschule zu besuchen.

Gemeinschaft

Die Gratitude Factory ist für die Frauen ein sicherer Ort – viele nennen sie sogar ihre Familie. Alle Frauen werden hier gleich behandelt, unabhängig ihrer Herkunft oder Kaste.

Medizinischer Fonds

Wird aus der Familie unserer Kolleginnen jemand krank, kommt unser speziell dafür gegründeter ShaktiMat Healtcare Fonds für Medikamente und Behandlungen auf.

Das wollen unsere Kolleginnen aus Varanasi mit dir teilen...

GEETA DEVI (32)

“Vor ShaktiMat musste ich als Zwangsarbeiterin in landwirtschaftlichen Feldern arbeiten. Jeden Tag säte und erntete ich Felder und schwitzte unter der heißen Sonne, was sehr anstrengend war. Hier habe ich ein Dach über dem Kopf, einen Ventilator und bin entspannt. Wir sind gut ausgestattet und die Arbeitsumgebung ist sehr sauber und bequem.

Mein Leben hat sich so sehr verändert, seitdem ich angefangen habe, hier zu arbeiten.

So spreche ich jetzt mit dir! Ich spreche mittlerweile mit so vielen Menschen, sodass ich meine Schüchternheit überwinden konnte. Bevor ich hierher kam, hatte ich Angst davor mit Menschen zu sprechen. Seitdem ich aber mein eigenes Geld verdiene, stehe ich nicht mehr länger unter Druck. Ich kann für mich sparen und bin nicht mehr abhängig von dem Einkommen meines Ehemannes. Ich bin unabhängig geworden, gerade unterstütze ich sogar ihn.

Wir haben nur weibliche Kolleginnen in der Gratitude Factory, es gibt hier keine männlichen Mitarbeiter. Deshalb gibt es in unserem Dorf nie ein schlechtes Wort über diesen Ort, es ist nämlich sicher hier zu arbeiten. Ich fühle mich als Teil einer Familie, all’ diese Frauen sind wie meine Schwestern. Wir stammen alle aus unterschiedlichen Kasten und glauben an verschiedene Religionen, dennoch werden wir alle gleich behandelt. Es gibt keine gegenseitige Diskriminierung.

Ich fühle mich, als ob ich hierher gehöre. Die Menschen sind herzlich, hilfsbereit und dann gibt es ja noch die wunderbare Arbeit, die wir hier leisten. Ich fühle mich mit diesem Ort sehr verbunden, es fühlt sich an wie mein richtiges zuhause.”

Interviews durchgeführt und übersetzt von Roohi Sahay
Deutsche Übersetzungen von Karina Schönberger 

NEETU YADAV (22)

“In meinem Ort möchte jeder, dass Mädchen jung verheiratet werden – meine Eltern eingeschlossen. Aber ich möchte nicht heiraten. Ich wurde von einer Universität ausgewählt, allerdings haben wir kein Geld, damit ich studieren kann. Bevor mein Vater einen Herzinfarkt hatte, hatten wir ein Viehfuttergeschäft, aber es musste geschlossen werden. Meine Mutter musste dann auf einer Farm arbeiten, weil sich seine Gesundheit verschlechtert hatte.

Meine Freundin Radhika brachte mich hierher und ich lernte Tante Amma Ji (Managerin) kennen. Sie brachte mir bei, wie man den Stoff bedruckt und so begann ich, hier zu arbeiten. Ich überlasse mein ganzes Geld meinen Eltern. Nun haben sie es aufgegeben, mich verheiraten zu wollen. Die Menschen sagen meiner Mutter, sie soll mich zum Studieren schicken und mich nicht arbeiten lassen. Wie sollen sie aber auch verstehen, was wir hier zuhause durchmachen?

Bevor ich hierher kam, hatte ich nur ein Set an Kleidung. Ich musste es jede Nacht waschen, um es am nächsten Tag wieder tragen zu können – das war alles, was ich besaß. So ging es ein ganzes Jahr lang. Wenn ich zurückschaue, haben sich die Dinge so verbessert. Ich habe jetzt viele Kleider, die ich tragen kann und es macht mich unglaublich glücklich, meine Eltern finanziell unterstützen zu können.

Einer der schönsten Momente war, als Tante Ji mir sagte, dass ich Unterstützung vom ShaktiMat Emergency Medical Fund beantragen könnte. Das tat ich dann auch und wir erhielten Medikamente. Seitdem geht es meinem Vater erheblich besser. Tante Ji ist gutmütig und fürsorglich. Sie kümmert sich auch um die Menstruationshygiene aller Mädchen hier, indem sie uns Damenbinden bereitstellt. Viele Mädchen hier haben so etwas nämlich nicht, deshalb ist es gut, dass es angeboten wird.”

Interviews durchgeführt und übersetzt von Roohi Sahay
Deutsche Übersetzungen von Karina Schönberger

SIRA PATEL (20)

“Natürlich gab es Probleme in unserer Familie, schließlich ist sie ganz schön groß. Da gibt es meinen Ehemann, seine Brüder, deren Frauen und all’ die Kinder. Sie alle sind Landwirte. Die Menschen in meiner Nachbarschaft mögen es nicht, dass ich hier arbeite. Es gibt viel schlechtes Gerede. Die übliche Mentalität, dass Frauen eben nicht arbeiten sollten.

Doch dieser Ort ist einfach wunderbar. Wir kriegen Mahlzeiten, verdienen gute Gehälter und werden immer pünktlich bezahlt. Hier wird nie Geld einbehalten, egal wie viele Tage wir uns frei nehmen. Ich habe Töchter und möchte, dass sie gut gebildet sind und etwas in ihrem Leben erreichen. Vor allem weil es mir von Beginn an nicht möglich war. Deshalb arbeite ich hart und lenke mein Leben so, dass ich mich für die Zukunft meiner Mädchen einsetzen kann – das ist meine einzige Sorge. Alles, was ich hier verdiene, gebe ich für meine Kinder aus. Ich nutze es, um für sie zu sorgen und das macht mich unheimlich glücklich.

Nun wurde meine älteste Tochter in das ShaktiMat Stipendienprogramm aufgenommen. Bhaiya Ji (Managerin) hat mich dazu ermutigt, die Anmeldung dafür zu machen und nun wird meine Tochter auf eine neue Privatschule gehen. Ich bin sehr glücklich, dass ShaktiMat meiner Tochter eine bessere Bildung ermöglicht. Schließlich möchte ich, dass sie es richtig gut hat.

Meine Tochter ist darüber ebenfalls glücklich. Sie wird all’ die Unterstützung bekommen und freut sich, auf eine neue Schule gehen zu können. Sie hat bereits die neue Schuluniform erhalten. Ich will mich bei ShaktiMat dafür bedanken, dass sie sich um uns sorgen und so gut zu uns sind. Sie verstehen unsere Probleme und stellen uns alles zur Verfügung, was wir hier benötigen. Es fehlt uns an nichts.”

Interviews durchgeführt und übersetzt von Roohi Sahay
Deutsche Übersetzungen von Karina Schönberger

REESHMA PATEL (26)

“Ich wollte eigentlich Polizistin werden, aber meine Schwiegereltern haben es verboten. Ich lebe mit meinem Ehemann, seinen Eltern, seinen vier Brüdern, ihren vier Ehefrauen und all’ unseren Kindern zusammen. Jeder bis auf mich arbeitet auf dem Feld. Aufgrund der schlechten Wetterbedingungen letztes Jahr war die ganze Ernte verdorben. Wir haben es nur geschafft, weil ich für ShaktiMat arbeite.

Ich gebe mein ganzes Gehalt an meine Schwiegereltern ab und behalte keinen Cent davon. Sie sind darüber sehr glücklich, weil ich als älteste Schwiegertochter meinen Pflichten ordentlich nachkomme. Wenn ich einkaufen gehen muss, frage ich meine Schwiegermutter um Erlaubnis, dann gibt sie mir eventuell etwas Geld dafür.

Ich stehe um 3 Uhr morgens auf, füttere die Büffel und sammle ihre getrockneten Kuhfladen auf, um sie später als Brennstoff zum Kochen zu verwenden. Danach putze ich das Haus, sauge Staub, bereite das Essen für alle zu und befülle die Wasserkrüge. Dann wecke ich alle anderen auf, mache meine Kinder fertig und schicke sie in die Schule. Danach wasche ich das Geschirr ab und mache mich auf den Weg zur Arbeit.

Sie geben uns hier so viele bezahlte Abwesenheitstage wie wir möchten und behalten nie Geld ein. Wenn ich bezahlte Abwesenheitstage in Anspruch nehme, dann bin ich schnell gelangweilt. Ich liebe es hier zu arbeiten und es macht mich nicht müde.

Wir werden hier sehr gut bezahlt, wir sind kostenlos krankenversichert, kriegen freie Mahlzeiten, kostenlose Arbeitskleidung und das allerbeste: kostenlose Schulplätze an einer Privatschule für unsere Kinder. Ich konnte zwar nicht meine Träume verwirklichen, aber ich möchte, dass meine Töchter ihre erfüllen können. Dieses Stipendienprogramm ist unheimlich wertvoll für ihre Zukunft und macht mich sehr glücklich.

Dieses Unternehmen ist ein guter Ort. Sie bezahlen uns sogar, wenn wir nicht zur Arbeit erscheinen. Das spornt mich allerdings an, noch härter zu arbeiten. Ich hoffe, dass ich hier solange wie es nur geht arbeiten darf. Gott möge diesen Ort segnen, er soll gedeihen!”

Interviews durchgeführt und übersetzt von Roohi Sahay
Deutsche Übersetzungen von Karina Schönberger

SHAKUNTALA DEVI (22)

“Für mich, meinen Ehemann und unsere drei Töchter war die finanzielle Lage sehr schwierig. Meine Kinder fühlten sich benachteiligt, weil es ihnen an vielen Dingen mangelte. Daher gab es zuhause viel Stress und Anspannung.

Seitdem ich bei ShaktiMat arbeite, sieht es viel besser aus. Vorher war ich sehr unzufrieden, aber seitdem ich hier arbeite, bin ich wieder glücklich. Ich muss mir keine Sorgen mehr machen und kann meinen Kindern alles ermöglichen, was sie sich wünschen. Ich bin unabhängig, verdiene mein eigenes Geld und muss niemanden mehr nach Hilfe fragen. Was kann es besseres geben?

Hier arbeiten nur Frauen und es fühlt sich an wie eine Familie. Ich kann mir nicht vorstellen, irgendwo anders zu arbeiten. Es ist ein toller Ort und ich fühle mich gesegnet, hier sein zu dürfen.

Ich mag die Vorstellung, dass Menschen Matten kaufen, die ich hergestellt habe. Allerdings bin ich auch immer etwas besorgt, dass sie Schmerzen haben, wenn sie sich auf die Matte legen. Aber es ist ja für einen guten Zweck, es dient dem Körper und lindert Schmerzen.

Dank des ShaktiMat Stipendienprogramms darf meine Tochter auf eine neue und bessere Schule gehen. Jeder möchte doch, dass es seinen Kindern gut geht. Ohne ShaktiMat wäre das nicht möglich gewesen. Nun wird meine Tochter eine bessere Bildung und damit eine bessere Zukunft haben. Es ist eine wunderbare Initiative, mein Traum ist wahr geworden.”

Interviews durchgeführt und übersetzt von Roohi Sahay
Deutsche Übersetzungen von Karina Schönberger

KANCHAN PATEL (20)

“Früher hatte ich Angst, irgendetwas allein zu machen. Ich hatte sogar Angst davor, meine Nachbarn in ihrem Haus nebenan zu besuchen. Also war ich den ganzen Tag allein zuhause, wurde depressiv und einsam. Eine Frau aus meinem Dorf hat mich hierher gebracht und ich hatte ein Interview, so bin ich zu diesem Job gekommen. Nun bin ich schon seit anderthalb Jahren hier.

Viele Frauen hier stammen aus armen Verhältnissen und nicht selten gibt es Schwierigkeiten zuhause. Menschen werden krank oder haben Unfälle. Hier können wir uns frei nehmen solange wir möchten und das ohne, dass unsere Gehälter gekürzt werden. Das ist eine wunderbare Möglichkeit, denn die meisten Unternehmen geben nur 2-3 Tage frei. Hier aber können wir uns frei nehmen bis wir alle Probleme gelöst haben und es hat keinerlei Auswirkungen auf unser Gehalt.

Falls jemand von uns in Schwierigkeiten steckt, unterstützen sie die anderen Frauen. Wir alle sind eine Einheit, so hilft jeder Einzelne mit und übernimmt die Arbeit für die abwesende Frau. Genau deshalb ist ShaktiMat wie eine Familie für mich.

Wir wissen auch, dass es bei Krankheit oder einem Unfall einen Zugang zum Emergency Medical Fund gibt. Hier sorgt man sich sehr gut um uns und wir fühlen uns gut, hier zu arbeiten.

Ich denke, dass die Menschen in all’ den unterschiedlichen Ländern mögen, was wir hier machen. Ich würde ihnen gern sagen, dass sie bitte weiterhin unsere Matten kaufen und nutzen sollen. Das motiviert und hilft uns sehr.”

Interviews durchgeführt und übersetzt von Roohi Sahay
Deutsche Übersetzungen von Karina Schönberger

SUNITA KUMARI (24)

“2015 habe ich geheiratet und bin zu meinem Ehemann gezogen. Er war Alkoholiker und spielsüchtig, kein guter Mann. Also bin ich zurück zu meinen Eltern und nun sind wir geschieden.

Meine Eltern sind Hilfsarbeiter und wir sind sehr arm, deshalb arbeite ich hier. Mein Bruder starb als er noch jung war und meine Mutter war bettlägerig. Nun musste aber auch sie aufgrund der Armut anfangen zu arbeiten.

Ich fühle mich jetzt viel besser und glücklicher, denn ich verdiene mein eigenes Geld und kann meinen Eltern damit helfen. Wir haben hier jeglichen Komfort. Die Fabrik ist sehr sauber, wir kriegen kostenlose Medizin und Mahlzeiten. Wir werden von ShaktiMat unterstützt, falls es einmal einen Notfall gibt und ich kann mir so viele bezahlte Urlaubstage nehmen, wie ich möchte.

Hier gibt es viele Frauen aus armen Familien, die sich gute Bildung für ihre Kinder nicht leisten können – vor allem für ihre Töchter. Frauen werden in unserer Gesellschaft immer noch unterdrückt. Immer, wenn ein Mädchen geboren wird, machen sich die Eltern Sorgen um ihre Bildung und das Thema Heirat. ShaktiMat unterstützt uns mit besserer Bildung für die Töchter ihrer Mitarbeiterinnen - das ist einfach wundervoll.”

Interviews durchgeführt und übersetzt von Roohi Sahay
Deutsche Übersetzungen von Karina Schönberger

NIVEDITA BHARDWAJ (22)

“Ich bin so glücklich, dass ich etwas machen darf, was anderen Menschen hilft. Ich finde es toll, dass das, was ich herstelle, auf der ganzen Welt verwendet wird. Das macht mich sehr stolz.

Es macht mich ebenfalls glücklich, dass sich Menschen aus anderen Ländern Gedanken um uns hier im Dorf in Indien machen. Sie geben uns all’ diese Unterstützung – von finanziellen Unterstützungen bei Notfällen über gute Gehälter, Medizin, gutes Essen und bezahlten Urlaub. Das alles macht mich sehr glücklich. Es ist hier so viel schöner als in anderen Fabriken und wir alle sind unheimlich stolz, dass unser Arbeitgeber uns so sehr unterstützt.

Erst kam meine Mutter hierher und hat sich die Fabrik angesehen. Sie war so glücklich, dass sie mich direkt hierher geschickt hat. Es gefällt ihr, dass ich in einer Fabrik arbeite, in der ausschließlich Frauen arbeiten. Wir leben zusammen wie eine richtige Familie. Ich habe tolle Freunde hier gefunden, kann man Herz öffnen und über alles sprechen. Die Atmosphäre ist sehr freundschaftlich. Dazu kommt, dass Tante Amma Ji (Managerin) für jedes Problem, das aufkommen könnte, immer die richtige Lösung hat.

Ich arbeite hier bereits seit zwei Jahren und das hat mein Leben verändert. Ich bin nun unabhängig und stolz auf mich. Ich habe Geld und kann Dinge kaufen, die ich mir wünsche. Auch meine Mutter ist sehr stolz auf mich, sie erzählt allen Menschen, dass ihre Tochter hier arbeitet. Selbst die Menschen in der Nachbarschaft sagen nun: “Ja, dieses Mädchen hat sich als richtig erwiesen.”

Interviews durchgeführt und übersetzt von Roohi Sahay
Deutsche Übersetzungen von Karina Schönberger

AARTI DEVI (30)

“Wir hatten finanzielle Schwierigkeiten zuhause. Mein Ehemann ist Maler und vor allem in der Regenzeit ist es für ihn schwierig Arbeit zu finden. Ich habe früher genäht, aber hatte daraus leider kein regelmäßiges Einkommen. Ich habe sogar auf den Feldern gearbeitet, aber auch das war unregelmäßig.

Seitdem ich angefangen habe hier zu arbeiten, habe ich ein regelmäßiges Einkommen und kann etwas Geld für meine eigenen Bedürfnisse ansparen. Ich muss nicht einmal meinen Ehemann um Erlaubnis bitten, sondern kann das Geld für die Kinder und mich ausgeben. Hier zu arbeiten, ermöglicht es mir, jedes Bedürfnis meiner Familie zu erfüllen. Ich muss niemanden um irgendetwas bitten.

Ich liebe es mit diesen Matten zu arbeiten. Es dauert ca. 20 Minuten, um eine Matte zu nähen und ich liebe die Tatsache, dass ich am Ende des Tages so viele Matten genäht habe. Wir wissen, dass Menschen aus anderen Ländern mit diesen Matten ihren Stress reduzieren und die Akupressurpunkte ihnen dabei helfen, ihre Schmerzen zu lindern. Unsere harte Arbeit hilft Menschen. Deshalb macht es mich glücklich, diese Matten herzustellen.

Ich mag es auch hier zu arbeiten, weil wir nicht aufgrund unserer Kaste oder Religion unterschiedlich behandelt werden. Außerhalb in der Gesellschaft mag es Diskriminierung geben, aber hier sind nur wir Frauen. Wir arbeiten zusammen wie eine Familie und helfen einander. Deshalb würde ich diesen Ort hier niemals verlassen wollen.”

Interviews durchgeführt und übersetzt von Roohi Sahay
Deutsche Übersetzungen von Karina Schönberger

TAMANNA HASHMI (25)

“Ich habe leider keine Kinder, wünsche sie mir aber. Derzeit nehme ich Medikamente, weil ich nicht schwanger werden kann. Ich hätte heute einen Arzttermin gehabt, entschied mich aber stattdessen hierher zu kommen.

Hier kriegen wir jegliche Medizin, die wir benötigen, gutes Essen und bezahlten Urlaub. Ich kann noch nicht so viel sagen, weil ich hier ziemlich neu bin. Ich weiß aber, dass uns hier viele Vorteile geboten werden. Deshalb kommen so viele Frauen gerne hierher, um zu arbeiten.

Manche Menschen sagen, ich soll hier nicht arbeiten. Auch meine Schwiegermutter wollte zuerst nicht, dass ich hier arbeite. Sie war besorgt, die Menschen könnten schlechte Dinge über mich reden. Ich kam trotzdem hierher und fing an zu arbeiten. Es hat mein Selbstbewusstsein sehr gestärkt aus dem Haus zu gehen und zu arbeiten, es hat mein ganzes Leben verändert. Das Geld ermöglicht vieles, das macht mich glücklich.

Am meisten erfreut es mich aber, dass alle Kinder in einer englischen Grundschule unterrichtet werden, es ist die beste Schule in diesem Ort. Eine großartige Möglichkeit, die uns das Unternehmen bietet. Die Dörfer drumherum haben zwar ein paar staatliche Schulen, aber die Qualität der Bildung ist sehr niedrig. Die Schule, in der ShaktiMat die Kinder unterrichten lässt, ist eine Privatschule mit sehr gutem Standard. Ich hoffe, dass ich eines Tages ein Kind haben werde, das auch diese Schule besuchen darf.” 

Interviews durchgeführt und übersetzt von Roohi Sahay
Deutsche Übersetzungen von Karina Schönberger

VINITA DEVI (30)

“Ich habe jung geheiratet und zog bei meinen Schwiegereltern ein. Leider haben sie mich nicht gut behandelt. Ich musste um 3:30 morgens aufstehen, meinen häuslichen Pflichten nachgehen, das Haus putzen und kochen. Danach ging ich aufs Feld und arbeitete dort weiter. Die Familie meines Ehemannes erniedrigte mich – egal wie hart ich arbeitete, es machte keinen Unterschied. Ich machte mir große Sorgen, weil sie so ungerecht zu mir waren.

Seitdem ich angefangen habe für ShaktiMat zu arbeiten, werde ich viel mehr respektiert.
Ich mag es hier zu arbeiten, bin in Gesellschaft von Frauen, die ich mag und spüre Frieden in mir. Wir alle verstehen uns extrem gut, wir essen gemeinsam, sitzen an einem Tisch und teilen unsere Gedanken – das ist schön. Wir genießen hier viele Vorteile und die Arbeit ist angenehm. Zusammenzuarbeiten vereint uns.

Meine Tochter wurde gerade in das ShaktiMat Stipendienprogramm aufgenommen. Sie wird von nun an eine Privatschule besuchen. Ich bin so glücklich, dass sie eine bessere Schule besuchen darf. Menschen werden sehen, dass sie auf diese Schule geht und werden ihre Einstellung verändern. Sie werden verstehen, dass sie gebildet ist. Die Familie meines Ehemannes respektiert mich nun mehr.”    

Interviews durchgeführt und übersetzt von Roohi Sahay
Deutsche Übersetzungen von Karina Schönberger

SAROJ RAI (19)

“Ich habe nicht viel gelernt. Wir hatten ein paar Probleme in der Familie, die meine Eltern allein nicht bewältigen konnten, sodass ich von der Schule gehen musste. Mein Bruder hat mir dann erlaubt, hier zu arbeiten und nun bin ich schon seit mehr als zwei Jahren hier.

Mein Leben hat sich seitdem sehr verändert. Ich fühle mich wohl mit den anderen Frauen hier und lerne viele neue Dinge. Wir essen von einem Teller, machen gemeinsam Witze und genießen unsere gegenseitige Gesellschaft. Ich kam hierher und habe gemerkt, dass ich nun unabhängig bin und Dinge im Alleingang machen kann. Ich kann gehen, wohin ich möchte. Ich fühle mich wirklich gut damit, dass ich gutes Geld für meine Arbeit verdiene und meine Brüder freuen sich darüber auch sehr.

Sie sorgen sich hier sehr gut um uns. Wir haben eine kostenlose Krankenversicherung und erhalten Medizin, wir kriegen morgens Tee und Mittagessen am Nachmittag. Wenn wir krank werden, ist für alles gesorgt. Wir werden sogar bezahlt, wenn wir abwesend sind. Jedes andere Unternehmen würde das Geld einbehalten, aber hier würden sie das nie tun – egal wie lange wir uns frei nehmen.

Ich vergesse alles, wenn ich hier zum Arbeiten komme und es fühlt sich an, als wäre das meine richtige Familie. Ich liebe es, hier zu sein. Die Frauen aus meinem Dorf freuen sich sehr, mich hier arbeiten zu sehen. Sie sehen, dass ich bei ShaktiMat arbeite, obwohl ich nicht viel gelernt habe und das ist eine tolle Sache.”

Interviews durchgeführt und übersetzt von Roohi Sahay
Deutsche Übersetzungen von Karina Schönberger

SUMAN YADAV (19)

“Ich bin 19 Jahre alt und lebe gemeinsam mit meinen Eltern und meinen Geschwistern zuhause. Meiner ganzen Familie geht es besser seitdem ich hier arbeite. Wir haben nun ausreichend zum Essen. Sie bezahlen uns gut, das ist super. Ich lerne alles selbstständig und bin nun unabhängig.

Als mein Vater krank wurde, hat ShaktiMat uns Geld gegeben. Sie geben allen Familien Geld, die sich in medizinischen Notsituationen befinden. Sogar, wenn ich nicht zur Arbeit kommen kann, werde ich trotzdem bezahlt. Meine Eltern sind sehr glücklich, dass ich ShaktiMat gefunden habe. Sie erzählen allen, dass ihre Tochter nun arbeitet. Das ist großartig.

Frauen mit unterschiedlichen Geschichten kommen zu ShaktiMat und arbeiten hier. Ich mag es wirklich, wie gut die Frauen hier zueinander sind. Unabhängig unserer Kasten ist hier jeder gleich. Wir unterhalten uns und teilen unsere Geschichten, das fühlt sich so gut an.

Die ShaktiMat Menschen sind sehr freundliche Menschen. Alles hier ist einwandfrei, angefangen beim Essen bis hin zur Arbeitsumgebung. Hier zu arbeiten hat mein Leben verändert.”

Interviews durchgeführt und übersetzt von Roohi Sahay
Deutsche Übersetzungen von Karina Schönberger

POONAM VISHWAKARMA (30)

“Meine Arbeit besteht darin, die Spitzen auf die Matten anzubringen. Ich befestige händisch erst die Knöpfe und dann die Disks. Ich kann 12 oder 13 Matten an einem Tag schaffen. Ich arbeite hier nun seit anderthalb Jahren und fühle mich sehr gut.

Wir genießen sämtliche Vorteile. Wir bekommen ausgezeichnetes, kostenloses Essen und bezahlten Urlaub. Auch, wenn ich an einer Hochzeit oder an einer Familienfeier teilnehmen muss, werde ich bezahlt. Wenn eine von uns krank wird oder es einen Notfall gibt, dann sorgt sich ShaktiMat um uns als ob sie unsere Beschützer wären. Es gibt einen Emergency Medical Fund, der uns im Falle eines Notfalls hilft. Diese Fabrik ist definitiv besser als all’ die anderen Fabriken in der Umgebung.

Die Frauen hier kommen alle aus unterschiedlichen Gegenden und haben einen anderen Hintergrund. Menschen in meinem Dorf wollen mir vorschreiben, mich von Menschen niedrigerer Kasten fernzuhalten, aber hier gibt es absolut keine Diskriminierung. Wir kommen zusammen, arbeiten und sind so gut zueinander – das macht Spaß. Jeder hier ist wie Familie für mich. Ich mag es mehr hier zu sein anstatt zuhause.

Mein Leben hat sich sehr verändert. Ich muss meinen Ehemann nicht mehr nach Geld fragen. Männer verstehen jetzt, dass wir unabhängig sind. Es ist toll, dass wir unser eigenes Geld verdienen, wir werden dadurch mehr respektiert.” 

Interviews durchgeführt und übersetzt von Roohi Sahay
Deutsche Übersetzungen von Karina Schönberger

SUMAN BHARTI (22)

“Ich habe gesehen, wie alle Frauen zum Arbeiten hierher kommen. Also kam auch ich hierher und sprach mit Tante Amma Ji (Managerin). Ich fragte sie nach Arbeit. Sie erklärte mir, dass hier Akupressurmatten hergestellt werden. Dann hat sie mich hier arbeiten lassen.

Nun bin ich bereits seit zwei Jahren hier und mag es unheimlich. Die Fabrik ist so sauber, wir kriegen Mittagessen und Arbeitskleidung. Wir kriegen bezahlten Urlaub und eine kostenlose Krankenversicherung, falls wir krank werden. Wir werden sogar bezahlt, wenn wir irgendeine Hochzeit besuchen müssen. Ich weiß auch, dass wir Geld von ShaktiMat bekommen würden, falls es in unserem Leben eine Notfallsituation gibt – das ist großartig.

Es ist wirklich wie eine Familie hier, wir teilen untereinander unsere Gedanken und es gibt keine Unterschiede – jeder ist hier gleich. Seitdem ich hier angefangen habe, ist mein Selbstbewusstsein gewachsen. Ich bin nun unabhängig und ich bin so stolz darauf – genau wie jeder andere auch auf mich stolz ist.

Ich habe andere Frauen aus meinem Dorf inspiriert, auch hierher zu kommen und hier zu arbeiten. Ich brachte eine Frau hierher und habe sie Tante Amma Ji vorgestellt. Seitdem arbeitet sie auch hier. Ich bin sehr dankbar dafür, dass wir hier alle zusammen sind. Hier fühle ich mich frei.

Ich würde gern allen geschätzten Kunden erzählen, wie wir hier arbeiten und ihnen danken. Dank ihnen hat sich mein Leben zum Positiven gewendet.” 

Interviews durchgeführt und übersetzt von Roohi Sahay
Deutsche Übersetzungen von Karina Schönberger

SARITA VERMA (27)

“Mein Ehemann ist nach Mumbai gezogen, um dort zu arbeiten. Er hat gut verdient, dennoch war unsere finanzielle Lage nicht sicher. Ich habe einen Bachelor of Arts Abschluss, aber als mein Ehemann weggegangen ist, habe ich mich gefragt, worin meine Lebensaufgabe besteht.

Seit ich angefangen habe bei ShaktiMat zu arbeiten, sind alle Probleme gelöst. Die Menschen haben angefangen mich als unabhängige Frau zu sehen, die Dinge im Alleingang macht.
Sogar die Frauen in meinem Dorf sind begeistert zu sehen, dass ich arbeite, meine Familie versorge und mein Kind aufziehe. Ich spüre den Unterschied bei allem, was ich tue – vor allem dabei, wie ich aussehe. Ich verdiene mein eigenes Geld und kann damit Dinge tun, die mir vorher verwehrt geblieben sind.

Ich bin richtig aktiv geworden seitdem ich hier arbeite. Ich lerne viel von den anderen Frauen, mit denen ich zusammenarbeite. Es ist ein toller Ort, um zu arbeiten. Wir kriegen kostenlose Mahlzeiten, Stipendien für unsere Kinder und einen Zugang zum Fund für Notfallsituationen.
Wir bekommen jeden Urlaub, den wir benötigen und sie behalten nicht einmal einen Teil unseres Gehalts dafür ein. Plus, dieser Ort hier ist so schön und sauber, sie kümmern sich um alles.

Diese Matte ist eine Art Schmerzmittel. Sie wird genutzt, um Schmerzen im Körper zu lindern. Wir freuen uns, dass wir hier etwas wertvolles dazu beitragen können, um Menschen zu helfen. Und wenn Menschen diese Matte kaufen, tun sie im Gegenzug auch etwas Gutes für uns.”   

Interviews durchgeführt und übersetzt von Roohi Sahay
Deutsche Übersetzungen von Karina Schönberger

MALA DEVI (23)

“Ein Nachbar hat mir von diesem Ort erzählt, sodass ich hier nach Arbeit gesucht habe. Nun bin ich bereits seit 2,5 Jahren hier und sehr zufrieden. Wir kommen morgens an und verrichten gemeinsam unser Morgengebet. Danach erhalten wir Opferspeisen und beginnen mit der Arbeit, für die wir eingeteilt wurden.

Es ist ein schöner Ort zum Arbeiten, es ist immer sehr sauber und gut organisiert. Ich habe so eine Fabrik noch nirgendwo gesehen. Tante Amma Ji (Managerin) ist wie eine Mutter für uns hier, wir alle sind wie ihre Töchter. Bhaiya Ji (Managerin) kümmert sich um die Bildung unserer Kinder, angefangen beim Schulgeld bis hin zu unserer Arbeitskleidung. Unsere Kinder haben alle Möglichkeiten. So können die Mädchen zur Schule gehen und es geht ihnen gut. Das ist eine großartige Möglichkeit.

Jetzt, wo mein Ehemann und ich beide arbeiten, sieht unser Leben viel besser aus. Ich habe hier vielerlei Möglichkeiten, vom Essen bis hin zur Kleidung. Es gibt nichts, worum ich mich sorgen muss. Es hat sich viel verändert: ich esse besser, kleide mich besser und genieße das Leben.

Es fühlt sich gut an, diese Matten für die Menschen in anderen Ländern zu machen. Ich hoffe, dass sie meine Arbeit hier anerkennen und würde ihnen gern vom ganzen Herzen danken.”

Interviews durchgeführt und übersetzt von Roohi Sahay
Deutsche Übersetzungen von Karina Schönberger

ANITA GOND (35)

“In unserem Haushalt leben acht Menschen. Mein Ehemann, meine Schwiegereltern, unsere zwei Töchter, zwei Söhne und ich. Als jeder zur Arbeit gegangen ist, mochte ich es nicht, allein zuhause zu bleiben. Ich habe hier festgesteckt, obwohl ich arbeiten wollte.

Einige Frauen aus der Nachbarschaft kamen hierher, um zu arbeiten. Sie erzählten ständig von der Arbeit und welche Vorteile sie genießen. Eines Tages kam auch ich hierher und habe jeden kennengelernt. Ich war wirklich erstaunt zu sehen, wie die Frauen hier gemeinsam arbeiten.

Nisha (Managerin) brachte mir bei zu nähen und andere Arbeit zu verrichten. Nun komme auch ich zum Arbeiten hierher und erfreue mich über die Gesellschaft der anderen. Jede Frau hier ist meine Freundin. Ich fühle mich selbstsicher und unabhängig. Ich verdiene und investiere Geld für meine Kinder. Ich bin so stolz darauf, dass ich das alles allein schaffe.

Hier ist es schön und sauber. Wir kriegen alles, angefangen bei der Medizin bis hin zu Mittagsmahlzeiten. Uns stehen alle Möglichkeiten offen. Es gibt keine andere Fabrik in der Umgebung, in der die Arbeitsbedingungen besser sind als bei ShaktiMat, hier ist es am besten.

Ich weiß, dass ich für Menschen in anderen Ländern arbeite. Es scheint, als würden sie unsere Arbeit mögen, weil wir so viele Matten produzieren. Es ist ein fabelhafter Ort, um zu arbeiten – ich liebe es.”

Interviews durchgeführt und übersetzt von Roohi Sahay
Deutsche Übersetzungen von Karina Schönberger

Varanasi, März 2019
Photographin: Ruhani Kaur
Filmemacherin: Anniki Heinemann