Unser soziales Engagement

Mädchen Stipendienprogramm

Auf unser Seite Produktion haben wir bereits kurz über unser Stipendienprogramm gesprochen. Hier möchten wir noch ein paar weitere Informationen mitteilen. 

Wir glauben, dass sozialer Wandel mit Bildung beginnt, und deshalb haben wir unser Stipendienprogramm für die Töchter unserer Kolleginnen in Indien ins Leben gerufen. Bislang konnten wir neun Mädchen in die Glorious Academy in Varanasi schicken. Wir finanzieren dort die Schulausbildung bis zum 18. Lebensjahr.
Im nächsten Schuljahr wollen wir zehn weiteren Mädchen diesen Schulweg ermöglichen. Im Check-Out hast du die Möglichkeit hierzu einen kleinen Beitrag zu leisten. 

In den nächsten Monaten werden wir hier über unser weiteres Engagement berichten.

Hier berichten einige unser Kolleginnen, was das Stipendienprogramm für Sie und ihre Kinder bedeutet

SIRA PATEL

SIRA PATEL (20)

“Natürlich gab es Probleme in unserer Familie, schließlich ist sie ganz schön groß. Da gibt es meinen Ehemann, seine Brüder, deren Frauen und all’ die Kinder. Sie alle sind Landwirte. Die Menschen in meiner Nachbarschaft mögen es nicht, dass ich hier arbeite. Es gibt viel schlechtes Gerede. Die übliche Mentalität, dass Frauen eben nicht arbeiten sollten.

Doch dieser Ort ist einfach wunderbar. Wir kriegen Mahlzeiten, verdienen gute Gehälter und werden immer pünktlich bezahlt. Hier wird nie Geld einbehalten, egal wie viele Tage wir uns frei nehmen. Ich habe Töchter und möchte, dass sie gut gebildet sind und etwas in ihrem Leben erreichen. Vor allem weil es mir von Beginn an nicht möglich war. Deshalb arbeite ich hart und lenke mein Leben so, dass ich mich für die Zukunft meiner Mädchen einsetzen kann – das ist meine einzige Sorge. Alles, was ich hier verdiene, gebe ich für meine Kinder aus. Ich nutze es, um für sie zu sorgen und das macht mich unheimlich glücklich.

Nun wurde meine älteste Tochter in das ShaktiMat Stipendienprogramm aufgenommen. Bhaiya Ji (Managerin) hat mich dazu ermutigt, die Anmeldung dafür zu machen und nun wird meine Tochter auf eine neue Privatschule gehen. Ich bin sehr glücklich, dass ShaktiMat meiner Tochter eine bessere Bildung ermöglicht. Schließlich möchte ich, dass sie es richtig gut hat.

Meine Tochter ist darüber ebenfalls glücklich. Sie wird all’ die Unterstützung bekommen und freut sich, auf eine neue Schule gehen zu können. Sie hat bereits die neue Schuluniform erhalten. Ich will mich bei ShaktiMat dafür bedanken, dass sie sich um uns sorgen und so gut zu uns sind. Sie verstehen unsere Probleme und stellen uns alles zur Verfügung, was wir hier benötigen. Es fehlt uns an nichts.”

Interviews durchgeführt und übersetzt von Roohi Sahay
Deutsche Übersetzungen von Karina Schönberger

REESHMA PATEL (26)

“Ich wollte eigentlich Polizistin werden, aber meine Schwiegereltern haben es verboten. Ich lebe mit meinem Ehemann, seinen Eltern, seinen vier Brüdern, ihren vier Ehefrauen und all’ unseren Kindern zusammen. Jeder bis auf mich arbeitet auf dem Feld. Aufgrund der schlechten Wetterbedingungen letztes Jahr war die ganze Ernte verdorben. Wir haben es nur geschafft, weil ich für ShaktiMat arbeite.

Ich gebe mein ganzes Gehalt an meine Schwiegereltern ab und behalte keinen Cent davon. Sie sind darüber sehr glücklich, weil ich als älteste Schwiegertochter meinen Pflichten ordentlich nachkomme. Wenn ich einkaufen gehen muss, frage ich meine Schwiegermutter um Erlaubnis, dann gibt sie mir eventuell etwas Geld dafür.

Ich stehe um 3 Uhr morgens auf, füttere die Büffel und sammle ihre getrockneten Kuhfladen auf, um sie später als Brennstoff zum Kochen zu verwenden. Danach putze ich das Haus, sauge Staub, bereite das Essen für alle zu und befülle die Wasserkrüge. Dann wecke ich alle anderen auf, mache meine Kinder fertig und schicke sie in die Schule. Danach wasche ich das Geschirr ab und mache mich auf den Weg zur Arbeit.

Sie geben uns hier so viele bezahlte Abwesenheitstage wie wir möchten und behalten nie Geld ein. Wenn ich bezahlte Abwesenheitstage in Anspruch nehme, dann bin ich schnell gelangweilt. Ich liebe es hier zu arbeiten und es macht mich nicht müde.

Wir werden hier sehr gut bezahlt, wir sind kostenlos krankenversichert, kriegen freie Mahlzeiten, kostenlose Arbeitskleidung und das allerbeste: kostenlose Schulplätze an einer Privatschule für unsere Kinder. Ich konnte zwar nicht meine Träume verwirklichen, aber ich möchte, dass meine Töchter ihre erfüllen können. Dieses Stipendienprogramm ist unheimlich wertvoll für ihre Zukunft und macht mich sehr glücklich.

Dieses Unternehmen ist ein guter Ort. Sie bezahlen uns sogar, wenn wir nicht zur Arbeit erscheinen. Das spornt mich allerdings an, noch härter zu arbeiten. Ich hoffe, dass ich hier solange wie es nur geht arbeiten darf. Gott möge diesen Ort segnen, er soll gedeihen!”

Interviews durchgeführt und übersetzt von Roohi Sahay
Deutsche Übersetzungen von Karina Schönberger

REESHMA PATEL
SHAKUNTALA DEVI

SHAKUNTALA DEVI (22)

“Für mich, meinen Ehemann und unsere drei Töchter war die finanzielle Lage sehr schwierig. Meine Kinder fühlten sich benachteiligt, weil es ihnen an vielen Dingen mangelte. Daher gab es zuhause viel Stress und Anspannung.

Seitdem ich bei ShaktiMat arbeite, sieht es viel besser aus. Vorher war ich sehr unzufrieden, aber seitdem ich hier arbeite, bin ich wieder glücklich. Ich muss mir keine Sorgen mehr machen und kann meinen Kindern alles ermöglichen, was sie sich wünschen. Ich bin unabhängig, verdiene mein eigenes Geld und muss niemanden mehr nach Hilfe fragen. Was kann es besseres geben?

Hier arbeiten nur Frauen und es fühlt sich an wie eine Familie. Ich kann mir nicht vorstellen, irgendwo anders zu arbeiten. Es ist ein toller Ort und ich fühle mich gesegnet, hier sein zu dürfen.

Ich mag die Vorstellung, dass Menschen Matten kaufen, die ich hergestellt habe. Allerdings bin ich auch immer etwas besorgt, dass sie Schmerzen haben, wenn sie sich auf die Matte legen. Aber es ist ja für einen guten Zweck, es dient dem Körper und lindert Schmerzen.

Dank des ShaktiMat Stipendienprogramms darf meine Tochter auf eine neue und bessere Schule gehen. Jeder möchte doch, dass es seinen Kindern gut geht. Ohne ShaktiMat wäre das nicht möglich gewesen. Nun wird meine Tochter eine bessere Bildung und damit eine bessere Zukunft haben. Es ist eine wunderbare Initiative, mein Traum ist wahr geworden.”

Interviews durchgeführt und übersetzt von Roohi Sahay
Deutsche Übersetzungen von Karina Schönberger

TAMANNA HASHMI (25)

“Ich habe leider keine Kinder, wünsche sie mir aber. Derzeit nehme ich Medikamente, weil ich nicht schwanger werden kann. Ich hätte heute einen Arzttermin gehabt, entschied mich aber stattdessen hierher zu kommen.

Hier kriegen wir jegliche Medizin, die wir benötigen, gutes Essen und bezahlten Urlaub. Ich kann noch nicht so viel sagen, weil ich hier ziemlich neu bin. Ich weiß aber, dass uns hier viele Vorteile geboten werden. Deshalb kommen so viele Frauen gerne hierher, um zu arbeiten.

Manche Menschen sagen, ich soll hier nicht arbeiten. Auch meine Schwiegermutter wollte zuerst nicht, dass ich hier arbeite. Sie war besorgt, die Menschen könnten schlechte Dinge über mich reden. Ich kam trotzdem hierher und fing an zu arbeiten. Es hat mein Selbstbewusstsein sehr gestärkt aus dem Haus zu gehen und zu arbeiten, es hat mein ganzes Leben verändert. Das Geld ermöglicht vieles, das macht mich glücklich.

Am meisten erfreut es mich aber, dass alle Kinder in einer englischen Grundschule unterrichtet werden, es ist die beste Schule in diesem Ort. Eine großartige Möglichkeit, die uns das Unternehmen bietet. Die Dörfer drumherum haben zwar ein paar staatliche Schulen, aber die Qualität der Bildung ist sehr niedrig. Die Schule, in der ShaktiMat die Kinder unterrichten lässt, ist eine Privatschule mit sehr gutem Standard. Ich hoffe, dass ich eines Tages ein Kind haben werde, das auch diese Schule besuchen darf.” 

Interviews durchgeführt und übersetzt von Roohi Sahay
Deutsche Übersetzungen von Karina Schönberger

TAMANNA HASHMI
VINITA DEVI

VINITA DEVI (30)

“Ich habe jung geheiratet und zog bei meinen Schwiegereltern ein. Leider haben sie mich nicht gut behandelt. Ich musste um 3:30 morgens aufstehen, meinen häuslichen Pflichten nachgehen, das Haus putzen und kochen. Danach ging ich aufs Feld und arbeitete dort weiter. Die Familie meines Ehemannes erniedrigte mich – egal wie hart ich arbeitete, es machte keinen Unterschied. Ich machte mir große Sorgen, weil sie so ungerecht zu mir waren.

Seitdem ich angefangen habe für ShaktiMat zu arbeiten, werde ich viel mehr respektiert.
Ich mag es hier zu arbeiten, bin in Gesellschaft von Frauen, die ich mag und spüre Frieden in mir. Wir alle verstehen uns extrem gut, wir essen gemeinsam, sitzen an einem Tisch und teilen unsere Gedanken – das ist schön. Wir genießen hier viele Vorteile und die Arbeit ist angenehm. Zusammenzuarbeiten vereint uns.

Meine Tochter wurde gerade in das ShaktiMat Stipendienprogramm aufgenommen. Sie wird von nun an eine Privatschule besuchen. Ich bin so glücklich, dass sie eine bessere Schule besuchen darf. Menschen werden sehen, dass sie auf diese Schule geht und werden ihre Einstellung verändern. Sie werden verstehen, dass sie gebildet ist. Die Familie meines Ehemannes respektiert mich nun mehr.”    

Interviews durchgeführt und übersetzt von Roohi Sahay
Deutsche Übersetzungen von Karina Schönberger

MALA DEVI

MALA DEVI (23)

“Ein Nachbar hat mir von diesem Ort erzählt, sodass ich hier nach Arbeit gesucht habe. Nun bin ich bereits seit 2,5 Jahren hier und sehr zufrieden. Wir kommen morgens an und verrichten gemeinsam unser Morgengebet. Danach erhalten wir Opferspeisen und beginnen mit der Arbeit, für die wir eingeteilt wurden.

Es ist ein schöner Ort zum Arbeiten, es ist immer sehr sauber und gut organisiert. Ich habe so eine Fabrik noch nirgendwo gesehen. Tante Amma Ji (Managerin) ist wie eine Mutter für uns hier, wir alle sind wie ihre Töchter. Bhaiya Ji (Managerin) kümmert sich um die Bildung unserer Kinder, angefangen beim Schulgeld bis hin zu unserer Arbeitskleidung. Unsere Kinder haben alle Möglichkeiten. So können die Mädchen zur Schule gehen und es geht ihnen gut. Das ist eine großartige Möglichkeit.

Jetzt, wo mein Ehemann und ich beide arbeiten, sieht unser Leben viel besser aus. Ich habe hier vielerlei Möglichkeiten, vom Essen bis hin zur Kleidung. Es gibt nichts, worum ich mich sorgen muss. Es hat sich viel verändert: ich esse besser, kleide mich besser und genieße das Leben.

Es fühlt sich gut an, diese Matten für die Menschen in anderen Ländern zu machen. Ich hoffe, dass sie meine Arbeit hier anerkennen und würde ihnen gern vom ganzen Herzen danken.”

Interviews durchgeführt und übersetzt von Roohi Sahay
Deutsche Übersetzungen von Karina Schönberger

Varanasi, März 2019
Photographin: Ruhani Kaur
Filmemacherin: Anniki Heinemann

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